Die Werkgruppe „Kunstmarkt ist Banane – Messebilder“ von Thomas Baumgärtel aus dem Jahr 2002 umfasst dreizehn Arbeiten, die sich auf internationale Kunstmessen beziehen. Alle Bilder sind mit derselben Schablone entstanden: der bekannten Banane. Dieses einfache Motiv wird konsequent eingesetzt und bestimmt das gesamte Erscheinungsbild der Serie. Die Banane erscheint nicht nur als Bildzeichen, sondern bildet auch die Grundlage für Schrift und Gestaltung. Selbst Buchstaben und Zahlen entstehen aus den gebogenen Formen der Bananenstiele.
Durch diese einheitliche Arbeitsweise wirken die Bilder wie zusammengehörig und geschlossen. Zugleich greifen sie die bunte, oft überladene Welt der Kunstmessen auf. Baumgärtel überträgt Logos, Titel und Orte der Messen in sein eigenes Bildsystem und verwandelt sie in ein wiedererkennbares Zeichen. Die Banane wird so zu einer Art Markierung, die sich über verschiedene Orte hinweg wiederholt und ein Netz von Verbindungen sichtbar macht.
Inhaltlich steckt darin eine ironische Bemerkung über den Kunstbetrieb. Der Satz „Der Kunstmarkt ist total Banane“ spielt mit einer umgangssprachlichen Wendung und stellt den Wert und die Funktionsweise dieses Marktes in Frage. Die Banane steht dabei zugleich für Humor und Kritik: Sie wirkt leicht und verspielt, deutet aber auch auf Absurditäten im Umgang mit Kunst hin.
Gleichzeitig zeigt sich in dieser Werkgruppe bereits eine wichtige Entwicklung im Werk Baumgärtels. Die Verwendung der Bananenstiele als formbildendes Element weist voraus auf die späteren sogenannten Stielbilder, in denen die Linie selbst zum zentralen Gestaltungsmittel wird. Die Messebilder von 2002 markieren damit einen Übergang: Sie verbinden das bekannte Symbol der Banane mit einer zunehmenden Konzentration auf Form, Linie und Schrift.