Baumgärtel überführt digitale Bildvorlagen nach dem Prinzip des modernen Vierfarbdrucks (CMYK) zurück in Malerei. An die Stelle der Rasterpunkte treten die Bananenstiele, die als modulare, farbige Einheiten das Bild aufbauen. Dadurch entsteht eine hybride Bildstruktur zwischen Druckästhetik und Handarbeit, zwischen serieller Repetition und individueller Geste.
Aus der Distanz erscheinen die Arbeiten als üppige Früchtestillleben, Porträts, Architekturen oder idyllische Landschaften. Erst in der Nähe offenbart sich die Konstruktion: Das Motiv zerfällt in ein flirrendes Feld aus abstrahierten Stielformen, die sich visuell nahezu auflösen. Mit zunehmendem Abstand schält sich das Bild wieder zu einer klar lesbaren Darstellung heraus. Dieser bewusste Wechsel zwischen Abstraktion und Illusion ist konstitutiv für die Serie.
Wie Yorca Schmidt-Junker 2012 treffend formulierte, erinnern die Arbeiten auf den ersten Blick an impressionistische Malerei, entpuppen sich jedoch bei näherer Betrachtung als humorvolle Neuinterpretation. Baumgärtel spielt mit Wahrnehmung, Erwartung und kunsthistorischen Referenzen, während er zugleich sein eigenes ikonisches Zeichen radikal dekonstruiert und neu zusammensetzt. Die „Stielbilder“ sind damit sowohl medienreflexiv als auch selbstironisch – und erweitern das bekannte Motiv der Banane in ein komplexes, vielschichtiges malerisches System.